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Totentanz auf Kirchbühl

11
Jun.2020
Totentanz auf Kirchbühl
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„Wir waren, was ihr seid;
Doch kommen wird die Zeit,
Und kommen wird sie euch geschwind,
wo ihr sein werdet, was wir sind.“
«Wir waren, was ihr seid; Doch kommen wird die Zeit, und kommen wird sie euch geschwind, wo ihr sein werdet, was wir sind» (franz. Legende als Bildmotiv an der Wand in der Kirche Kirchbühl). Mit der Inszenierung „Totentanz“ will die Theatergesellschaft die Besucher mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontieren.
Der Weiler „Kirchbühl“ ist im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgeführt. Mit der Inszenierung „Totentanz auf Kirchbühl“ will die Theatergesellschaft Sempach die Luzerner Bevölkerung sensibilisieren für die ausserordentliche Bedeutung dieser Anlage.
Die Stadt Sempach hat im Jahre 2017 den Wakkerpreis erhalten als Auszeichnung für ihre Bemühungen, in der Altstadt Altes zu erhalten und Neues zuzulassen. Mit der Inszenierung „Totentanz auf Kirchbühl“ will die Theatergesellschaft Sempach diese Bemühungen würdigen und unterstützen.
Im Jahre 2020 wird die Theatergesellschaft Sempach 150 Jahre alt. Die Theatergesellschaft will mit dieser Inszenierung ein gehaltvolles Jubiläum feiern, das rückwärts blickt, sich aber zugleich vorwärts orientiert.

Das Stück

Zunächst handelt es sich bei einem Totentanz um mittelalterliche Kunstwerke, die sich meist durch zwei Medien (Bild und Textverse) ausdrücken. Die monumentalen Wandgemälde begleiteten den Gläubigen auf dem Weg in den Gottesdienst an der Kirchhofmauer oder schmückten die Wände in Totenkapellen. Man kann sie wirklich als monumental bezeichnen, denn sie waren durchaus lebensgroß und konnten sich bis zu 80 Metern Länge an den Mauern entlangziehen.
Das Hauptmotiv aller Totentänze ist die Gleichheit aller vor dem Tod, der Triumph des Todes. In den Darstellungen des Totentanzes buhlt der Tod mit Musik und Tanz um die Lebenden, die sich ihm vorab noch widersetzen. Die entsprechenden Verse enthalten in Rede und Gegenrede das Geheiß des Todes zum Mitkommen und die Widerspenstigkeit des Lebenden.
Die dargestellten Menschen symbolisieren durch ihre Standeskleidung jeweilig eine gesellschaftliche Schicht. Die Reihung der Ständevertreter in absteigender Folge beginnt in der Regel mit dem Papst, über den König, die feine Gesellschaft, den Bauer, bis zum Bettler.
Beim „Totentanz auf Kirchbühl“ werden diese Bilderzyklen in der Form eines Prozessionstheaters zum Leben erweckt. Die Figuren beginnen zu sprechen. Sie erzählen von ihrem irdischen Leben. Da erscheint unverhofft der Tod. Die Menschen beginnen zu lamentieren, zu argumentieren, zu revoltieren. Doch am Schluss muss jede Figur – Macht, Vermögen und Schönheit sind nutzlos – dem Tod Folge leisten und mittanzen vom Diesseits ins Jenseits.

Der Spielort

St. Martin auf Kirchbühl ist eine der ältesten Kirchen im Kanton Luzern und drängt sich als Aufführungsort für ein mittelalterliches Spiel geradezu auf. Sie steht im Sempacher Weiler Kirchbühl auf einer Anhöhe über dem Sempacher See. Sie war jahrhundertelang die Mutterkirche von Sempach, errichtet über den Ruinen eines römischen Gutshofes und eines mittela...

Gut zu wissen

Datum
Donnerstag, 11. Juni 2020 21:21 - 23:00
Weitere Daten
Freitag, 12. Juni 2020 21:21 - Samstag, 11. Juli 2020 23:00
Lokalität
Röm.-kath. Kirche St. Martin
Kirchbühl
6204 Sempach
Preis
CHF 45.-
Homepage
www.theater-sempach.ch
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Veranstaltungsort

Röm.-kath. Kirche St. Martin
Kirchbühl
6204 Sempach