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Industrieweg Aabach: Etappe Schloss Hallwyl - Lenzburg

Route
Thematic Trail
Length
11.8 km
Travel time
3 ½ h
Wanderer beim Wasserrad Schloss Hallwyl
Sigismühle
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Der Raum zwischen Wildegg, Lenzburg und Hallwilersee ist eine der Kernregionen der Industrialisierung im Kanton Aargau. Entlang des Aabaches bestanden über die letzten 250 Jahre insgesamt 28 Werke, welche die Wasserkraft als Energiequelle nutzten. Sie waren die Grundlage für die Entstehung der Textilindustrie, zuerst in Manufakturen dann schon bald in mechanisierten Spinnereien und Webereien. Basis dieser Entwicklung war die textile Heimarbeit, die in der Region Lenzburg seit der Mitte des 18.Jahrhunderts einen grossen Aufschwung genommen hatte.

Wasserkraftnutzung und Textilindustrie waren die Grundlage für das Entstehen von einer ganzen Reihe weiterer Industrieunternehmen.

Zahlreiche Zeugen dieser Zeit sind noch erhalten, teils um- und neu genutzt. Andere sind verschwunden oder schlummern vor sich hin. Noch sind entlang dem landschaftlich reizvollen Wanderweg zwischen Hallwilersee und Aare viele Objekte und Ensembles zu sehen. Zu den einzelnen Bauten hat der Verein für Industriekultur am Aabach aussagekräftige Tafeln erstellt.

 

Begeben Sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit und lernen Sie während dem Wandern viel Neues. Folgend eine Beschreibung der Attraktionen.


Schlossmühle Hallwyl:
Die Schlossmühle Hallwyl steht nicht weit vom Ausfluss des Aabachs aus dem Hallwilersee und reguliert seit je her den Wasserstand des Baches. Die Mühle ist mittelalterlichen Ursprungs. Rundherum entstand mit der Zeit ein kleines Gewerbegebiet mit Stampf-, Reibe- und Gipsmühle, einer Sägerei und im 19.Jahrhundert einer Ziegelei. Mit der Sanierung der Schlossanlage ist auch die Mühle vorbildlich restauriert worden.

Obere Mühle Seon & Tabakstampfe
Die Obere Mühle ist der erste Seoner Gewerbebetrieb am Aabach und auch die erste von ursprünglich drei Mühlen auf Gemeindegebiet. Von den alten Kanal- und Wasserkraftanlagen ist nichts mehr zu sehen, da die Wasserzufuhr 1942 mit der Trockenlegung des Kanals abgeschnitten wurde. Geblieben sind lediglich die Gebäude.

Spinnerei & Zigarrenfabrik
Das heutige Forumgebäude von Seon war die erste Textilfabrik in Seon. Zur Stroh-, Bast- und Rosshaarflechterei kamen noch im 19.Jahrhundert die Zigarrenproduktion und eine Baumwollspinnerei hinzu. Der Bezug zum Aabach ist 1975 mit dem Neubau der Egliswilerstrasse verloren gegangen.

Mühle im Unterdorf & Baumwollspinnerei Pfiffni
Auf engstem Raum rund um die Mühle im Unterdorf waren ursprünglich drei Wasserrechte in Betrieb: etwas oberhalb der Mühle die Baumwollspinnerei «Pfiffni» und gleich unterhalb der Mühle eine Sägerei. Das Wasserrecht der seit dem Mittelalter bestehenden Mühle besteht heute noch, wird aber nicht mehr genutzt.

Maschinenfabrik Suter & Conservenfabrik Seethal
Die «Emil Suter Maschinenfabrik» geht zurück auf eine 1861 gegründete Giesserei. Das kleine Wasserrad betrieb eine mechanische Werkstatt, die vor allem für die Stroh-, Tabak- und Baumwollindustrie Maschinen herstellte und reparierte. Die Firma ist heute im Maschinenbau vor allem als Zulieferer tätig.

Buntweberei Müller (2 Tafeln)
Die Baumwollweberei Oholten unterhalb des Dorfes wurde 1836 von der Familie Siebenmann aus Aarau gegründet und war schon bald die grösste Textilfabrik in Seon. Seit 1895 gehörte sie der Familie Müller. Die Buntweberei R. Müller & Cie. entwickelte sich zum wichtigsten Industriebetrieb in Seon und prägte den Ort bis zur Stilllegung im Jahr 1996.

Sigismühle
Die idyllisch im Wald gelegene Sigismühle ist mittelalterlichen Ursprungs, scheint aber zwischenzeitlich stillgelegt worden zu sein. Erst im 19.Jahrhundert erwachte der Betrieb als Papierfabrik wieder zu neuem Leben. Heute wird das Areal als Handels- und Gewerbebetrieb genutzt.

Sauerstoffwerk Lenzburg
Das Sauerstoffwerk südlich von Lenzburg nutzt eine lange Strecke des Baches und betreibt damit eines der grössten Kraftwerke am Aabach. Die Fabrik hat ihre Wurzeln in der Papierindustrie, die in Lenzburg im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts einen Aufschwung erlebte.

Kattundruckerei & Kartonfabrik
Die ehemalige Kartonfabrik Vollmar & Schatzmann hat eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Vorgängerbetrieb des Sauerstoffwerks. Sie nutzte die Gebäude einer früheren Kattunfabrik, deren Entstehung wohl in das frühe 19.Jahrhundert zurückreicht.

Waffenfabrik Hämmerli
Die 1848 gegründete Schlosserei Hämmerli nahm 1863 die Produktion von Gewehrläufen für die
Schweizer Armee auf. Die Fabrik ist 1973 von der Schweizerischen Industriegesellschaft (SIG) Neuhausen übernommen worden. Neben den Sportwaffen war die Fabrik auch für die Produktion der Sturmgewehre 57 und 90 tätig.

Von der Hanfreibe zur Teigwarenfabrik
Die ehemalige Teigwarenfabrik Tommasini beherbergt heute das städtische Jugendhaus. Der markante Bau am Stadtrand hat eine über 200-jährige Vergangenheit und war wie die meisten Industriebetriebe am Aabach ursprünglich eine Textilfabrik.

Obere Mühle Lenzburg
Die oberste der drei Lenzburger Mühlen steht als weithin sichtbarer Bau einige Meter vor der Stadt. Sie weist mit dem markanten Treppenturm als einzige noch einen alten Baubestand auf, der in das Ende des 17.Jahrhundert zurückreicht, aber im 19.Jahrhundert verschiedene Umbauten erfuhr.

Müllerhaus & Bleiche
Im Areal am Bleicherain liegt der Ursprung der Lenzburger Textilindustrie verborgen, die eng mit der Familie Hünerwadel verbunden ist. Die Hünerwadel waren als Indienne-Drucker, Bleichebesitzer und Textilhändler die Protagonisten der Lenzburger Baumwollindustrie im 18. und 19.Jahrhundert.

Mittlere Mühle Lenzburg
Die mittlere Mühle in Lenzburg liegt gleich unterhalb des Bleicheareals und wird von einem kurzen Kanal gespiesen. Wie die anderen Mühlengewerbe am Aabach hat die mittlere Mühle - auch Angenmühle genannt - einen mittelalterlichen Ursprung, wurde aber bis weit ins 20.Jahrhundert hinein noch betrieben.

Stadtbahnhof der Seetalbahn
2004 ist das alte Stadtbahnhöfli von Lenzburg abgerissen worden und musste der Kernumfahrung der Altstadt weichen. Mit der Eröffnung der Seetalbahn im Jahr 1883 hatte die Stadt einen zweiten Bahnhof unmittelbar vor der Altstadt erhalten, nachdem schon 1874 der ausserhalb gelegene Bahnhof der Südbahnstrecke in Betrieb genommen worden war.

Technical details

Tour type
Thematic Trail
Starting point
Hallwyl, Schloss
Point of arrival
Lenzburg
Difficulty
Easy
Condition
2 / 6
Ascent
47 m
Descent
89 m
Directions

Schloss Hallwyl - Seon - Lenzburg

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Good to know

Accessible by bus and train
Yes
Further information & links

Verein Industriekultur am Aabach

Netzwerk Müllerhaus

Bleicherrain 7

CH-5600 Lenzburg 1

Tel: +41 (0)62 888 01 00

E-Mail: industriekulturlenzburg.ch

Internet: www.lenzburg.ch/de/content---1--1026.html

 

Tourismus Lenzburg Seetal

Kronenplatz 24

CH-5600 Lenzburg

Tel: +41 (0)62 886 45 46

Fax: +41 (0)62 886 45 35

E-Mail: tourismuslenzburg.ch

Internet: www.lenzburg.ch/de/tourismus_lenzburg_seetal_content---1--1148--221.html