Mit dem Teufel durch Altdorf
Wenn der Teufel plötzlich vor dir steht
Blauer Himmel, sommerliche Temperaturen und beste Laune. Treffpunkt ist beim Telldenkmal auf dem Rathausplatz in Altdorf. Die Gruppe wartet gespannt. Und dann passiert es. Plötzlich taucht sie auf – die Teufelin. Im eleganten feuerroten Anzug, mit Hörnern, Fell an Händen und Füssen und einem Blick, der sofort alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Mit viel Charme, Witz und einem Hauch Diabolik übernimmt sie das Kommando. Widerstand? Zwecklos.
Auf den Spuren von Heinrich Danioth
«Meine Heimat ist, fürwahr, Prunkkammer Gottes und Irrgarten des Teufels, zu gleichen Teilen.»
Und genau dieses Spannungsfeld zwischen Himmel und Hölle, Kunst und Sage macht die Führung so besonders.
Sagen, Rätsel und eine gehörige Portion Humor
Zwischendurch wird sogar gesungen, getanzt und gelacht. Genau diese Mischung macht die Führung so lebendig und überraschend. Und wer sich nun fragt, was gesungen wurde. Es sei nur so viel verraten: Beim Lied handelt es sich um die inoffiziellen Urner Standeshymne und die Teufelin fühlt sich geehrt, dass sie im Text persönlich vorkommt.
Altdorf neu entdecken
Besonders in Erinnerung bleibt mir der Halt beim Eingang des Altdorfer Friedhofs mit Heinrich Danioths eindrücklichem Wandbild «Der Schutzengel». Seine letzte Ruhestätte befindet sich allerdings nicht in Altdorf, sondern im Nachbardorf Flüelen, wo der Künstler von 1929 bis zu seinem Tod 1953 lebte.
Ein würdiger Abschluss beim Theater Uri
Der Schlusspunkt der Führung könnte passender kaum sein. Nach 60 abwechslungsreichen Minuten erreichen wir das Theater Uri mit seiner markanten rot-gelben Fassade und hohen Fenstern. Das Gebäude ist weit über die Kantonsgrenzen hinaus als Heimat der Tellspiele bekannt und blickt auf eine lange Kulturgeschichte zurück.
Hier schliesst sich auch der Kreis zu Heinrich Danioth. Im damaligen Tellspielhaus erhielt er mit noch nicht einmal 30 Jahren seinen ersten grossen öffentlichen Auftrag als Künstler. Er schuf die Wandbilder des Rütlischwurs und des legendären Tellsprungs – Werke, die den Grundstein für seine eindrucksvolle Karriere legten. Spätestens hier wird klar: Die Führung erzählt nicht nur vom Teufel und von Urner Sagen. Sie ist vor allem eine Hommage an Heinrich Danioth und sein aussergewöhnliches künstlerisches Erbe, das Uri bis heute prägt.
«Mit dem Teufel durch Altdorf» ist weit mehr als eine Führung. Sie ist Unterhaltung, Kultur, Schauspiel und Urner Geschichte in einem. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich nehme viele spannende Geschichten, ein Lächeln – und sogar eine süsse Überraschung – mit nach Hause.
Jetzt den Teufel persönlich kennenlernen

















