Barrierefreiheit

Weshalb ist Barrierefreiheit im Tourismus wichtig?

Barrierefreier Tourismus bedeutet, dass touristische Angebote so gestaltet sind, dass alle Menschen – unabhängig von Behinderungen bei Mobilität, Sehen, Hören oder Denken – reisen und Angebote nutzen können. Dies soll selbstständig, gleichberechtigt und mit Würde möglich sein.

Dazu braucht es zugängliche Einrichtungen und Dienstleistungen. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Personen mit vorübergehenden Einschränkungen. Die Beseitigung von Hindernissen erleichtert beispielsweise auch das Reisen mit schwerem Gepäck, Krücken oder einem Kinderwagen.

Rund 20% der Schweizer Bevölkerung leben mit einer oder mehreren Behinderungen. Mit dem steigenden Anteil älterer Menschen wächst auch die Nachfrage nach barrierefreien Angeboten. Betriebe erschliessen damit neue Kundensegmente und positionieren sich als inklusive und fortschrittliche Anbieter. Gleichzeitig kann Barrierefreiheit die Kundenzufriedenheit steigern, da sie Wertschätzung signalisiert. Sie ist damit ein wichtiger Bestandteil zukunftsfähiger Tourismusstrategien und trägt zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit bei.

Kommunikation über Zugänglichkeiten (Teilnahme OK:GO)

Aus betrieblicher Sicht ist eine wichtige und einfache Massnahme, dass Betriebe prioritär über Zugänglichkeiten kommunizieren, so dass sich nicht nur alle Gäste willkommen fühlen, sondern sich auch entsprechend auf ihren Besuch/Aufenthalt vorbereiten können. Auch wenn die Angebote nicht durchgängig barrierefrei sind, sind objektive und standardisierte Informationen über die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen zentral, um eine Reise selbständig planen zu können. Denn jede Person hat andere Bedürfnisse und benötigt die Informationen, um für sich selbst zu entscheiden, ob das Angebot für sie barrierefrei oder zumindest barrierearm ist oder nicht

  • Über die OK:GO-Initiative und Ginto

    Die OK:GO-Initiative hilft Tourismusunternehmen in der Schweiz dabei, Informationen darüber zu sammeln und zu veröffentlichen, wie zugänglich ihre Angebote für Menschen mit Behinderung sind. Touristische Betriebe erleichtern durch ihre Teilnahme Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Reiseplanung. Über die App «Ginto» stellt ein Unternehmen seine Zugänglichkeitsinformationen den Gästen auf einen Blick zur Verfügung.

    Die OK:GO-Initiative wurde 2019 vom Förderverein Barrierefreie Schweiz (FVBS) ins Leben gerufen und wird heute vom Verein Sitios, der hinter Ginto steht, geführt.

Beschilderung und Informationen im Betrieb

Eine einheitliche, gut verständliche und barrierefreie Beschilderung sowie aktuelle Informationen erleichtern Gästen die Orientierung und selbstständige Nutzung des Betriebs. Sie stellen sicher, dass wichtige Hinweise an den richtigen Orten verfügbar sind und unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Da sich Anforderungen und Informationsangebote laufend verändern, tragen regelmässige Überprüfungen dazu bei, die Verständlichkeit, Sichtbarkeit und Aktualität der Beschilderung und Informationen langfristig sicherzustellen.

Personal schulen und sensibilisieren

Regelmässige Sensibilisierungsmassnahmen und Schulungen stellen sicher, dass Barrierefreiheit nicht nur als bauliche Massnahme verstanden wird, sondern als gelebte Servicehaltung im Alltag. Sie helfen, Fachwissen und Handlungssicherheit im Umgang mit Gästen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu erhalten. 

Da sich rechtliche Vorgaben, technische Hilfsmittel und gesellschaftliche Erwartungen laufend ändern und durch personellen Wechsel Wissen oft verloren geht, sorgen kontinuierliche Schulungen dafür, dass Teams empathisch, selbstsicher und kompetent bleiben und alle Gäste bestmöglich unterstützt werden.

Checklisten

Die Inhalte dieser Seite wurden in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern erstellt und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und bewährten Ansätzen im nachhaltigen Tourismus.