Masterpieces

Vielblütiges Salomonssiegel

Das Vielblütige Salomonssiegel im Frühjahr

Was wie ein legendäres historisches Symbol klingt, ist die deutsche Bezeichnung für eine einheimische, weit verbreitete krautige Pflanze. In der Dauerausstellung von Museum Luzern ist im Ausstellungsteil „Waldspaziergang“ ihr wundersamer, namensgebender Pflanzenteil zu entdecken. Neben dem Namen gibt seine Wuchsform auch Auskunft über das Alter der Pflanze.

Eine Altersangabe bei mehrjährigen Krautpflanzen ist schwierig. Nicht so beim Vielblütigen Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum): Jedes Jahr hinterlässt der abgestorbene Blütenspross eine siegelartige Narbe auf dem Rhizom (unterirdischer, verdickter Sprossabschnitt). Dieser Narbe verdankt die Pflanze ihren deutschen Namen. Die Art gehört zur Familie der Spargelgewächse und blüht im Frühjahr in lichten Laub- und Laubmischwäldern vor dem Austrieb der Baumblätter. Dass die Art nach dem Winter so schnell durchstarten kann, verdankt sie ihrem Rhizom, in dem Nährstoffe gespeichert sind. Im Mittelalter wurden dem Salomonssiegel Wunderheil- und Zauberkräfte nachgesagt. Wie alt wurde die Pflanze, deren Rhizom in der Ausstellung zu sehen ist?